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Schießstand im Hubertus

  
 1930-1939 minimieren

Die "Schützenvereinigung St. Hubertus Rheinzabern" wurde am 19. Juli 1930 gegründet. Der Gendarmeriewachtmeister August Werlein lud zur Gründungsversammlung in die Wirtschaft "Zur Krone" ein.  Die elf Gründungsmitglieder August Werlein, Georg Wittmann, Johannes Harter, Willi Teeuwen, Emil Teeuwen, Franz König, Otto Sittinger jr., Hermann Lauer, Kurt Hoffmann, Rudolf Hoffmann und Josef Hoffmann legten damit den Grundstein für einen heute noch erfolgreichen Verein. Als Vereinslokal wurde der Saal der "Krone" bestimmt. Ziel und Zweck der neuen Vereinigung waren "Schießübungen mit dem Zimmerstutzen und Abhalten von Preisschießen und damit verbundene Festlichkeiten.

Im Saal der "Krone" richteten die Mitglieder schon bald einen Schießstand ein und Mitte September 1930 wurden die ersten Schießstunden abgehalten. Dafür schaffte der Verein 3 Zimmerstutzengewehre an. Der Ablauf der Schießstunden war in der Satzung streng geregelt: "Entschuldigungen werden nicht berücksichtigt, nur bei Eintritt einer schweren Krankheit entscheidet der Ausschuss". Bei Abwesenheit musste der Betroffene eine Strafgebühr bezahlen.

Das Schießen mit dem Zimmerstutzen reichte den Ansprüchen der Schützen bald nicht mehr aus. Vereinswirt Rudolf König richtete daraufhin einen modernen Kleinkaliberstand im Gasthaus "Zum Hubertus" ein.  Vom 9. bis 16. August 1931 wurden die fünf neuen 50-Meter-Bahnen feierlich mit einem Standeröffnungs- und Preisschießen eingeweiht.

Die Gleichschaltung unter der Nazi-Herrschaft machte auch vor unserem Verein nicht Halt. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP bestimmte in einer Sitzung am 1. Juli 1933 einen neuen Vorstand. Dieser setzte sich aus Vereinsführer, Stellvertreter, 1. und 2. Schriftführer, Rechner und einem Beisitzer zusammen. Das Vereinsleben, sowie alle weiteren Aktivitäten, waren nun ganz von der Hitler-Propaganda beeinflusst. 1937 mussten die sportlichen Aktivitäten wegen der Maul- und Klauenseuche teilweise unterlassen oder verschoben werden. Das Zimmerstutzenschießen wurde ganz eingestellt und die Vereinswaffen verkauft.
Im Jahre 1938 wurde der Vereinsführer Ludwig Beyler dienstlich versetzt. Bedingt durch die Gleichschaltung mussten nun im "Führerprinzip" neu zu besetzende Stellen verteilt werden, das heißt, die neuen Vorstandsmitglieder wurden bestimmt. Der dabei ernannte neue Vereinsführer Emil Teeuwen musste aber erst vom Reichsverband zugelassen werden, da er wegen seiner holländischen Abstammung als "Ausländer" galt.

Am 4. Mai 1939 enden die Eintragungen im Protokollbuch. Über eine Auflösung des Vereins gibt es keine Auskünfte. In einem Schreiben vom 4. September 1939 steht lediglich, dass "alle Meisterschaften vorerst wegen Umstrukturierungen nicht zu Ende geführt werden".  Der Deutsche Schützen-Verband appellierte an alle Mitglieder, "eifrig das Training zu besuchen, weil gute Scharfschützen notwendig sind". Die Mitglieder wurden in den Krieg gerufen. Mit Ausnahme der Schützenkette, dem Protokollbuch und zwei Sammelmappen des Schriftführers blieb nichts von der ersten Phase des Vereins erhalten.


  
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Bauarbeiten 1964

  
 1958-1993 minimieren

Nachdem das Anwesen "St. Hubertus" seinen Besitzer gewechselt hatte, trafen Jakob Thomas und August Geiger im Jahre 1958 die ersten Vorkehrungen, den Verein wieder ins Leben zu rufen. Dank vieler Spenden konnte schon zu Jahresende das erste Vereinsluftgewehr angeschafft werden. Zur Gründungsversammlung am 7. Januar 1959 waren 42 Interessenten erschienen, von denen 35 dem Verein beitraten. Der ehemalige Kleinkaliberstand im "Hubertus" wurde 1960 mit Vereinsmitteln in Höhe von 650 DM wieder aufgebaut und der Aufenthaltsraum hergerichtet. Kurz darauf benötigten die Eigentümer die Räumlichkeiten und die Schützen mussten nach einer neuen Unterkunft Ausschau halten.

Im Mai 1961 konnte der Schießbetrieb in der Gaststätte "Zum Römerbad" bei Ludwig und Anna Kantz wieder aufgenommen werden. Neben dem Luftgewehr wurde zum ersten Mal die Disziplin Luftpistole geschossen.
Wiederum war der Aufenthalt von kurzer Dauer. Das Anwesen wurde verkauft und die neuen Besitzer bauten den Saal um. Nach langer Suche fand sich 10 Meter unter der Erde in einem ausgedienten Bierkeller der ehemaligen Brauerei Schott (unter der heutigen "Griechischen Taverne") ein Raum. Die Schießstunden konnten wieder abgehalten werden. Doch die klimatischen Bedingungen waren alles andere als gut: im Sommer war es sehr kühl und im Winter wegen des schlechten Rauchabzugs keine Beheizung möglich. Es war kein Zustand auf Dauer.

In einer außerordentlichen Versammlung am 6. Juli 1963 stellte der damalige Oberschützenmeister August Geiger den Planentwurf für einen Schützenhausneubau vor. Dem Entwurf wurde zugestimmt. Die Gemeinde überließ dem Verein für sein Vorhaben gemeindeeigenes Gelände am Bauernwald. Im Spätsommer 1964 wurde mit dem Bau begonnen. Am 22. April 1964 wurde der Verein im Vereinsregister beim Amtsgericht Kandel eingetragen. Seit dieser Zeit trägt er den Namen Schützenverein St. Hubertus Rheinzabern e.V. Die Pistolenstände und die Kleinkaliberanlage konnten erst im Jahre 1971 fertig gestellt werden, nachdem die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung standen.

Der zunehmenden Zahl aktiver Schützen war die Schießanlage mit 5 Pistolenständen nicht mehr gewachsen. Am 23. April 1986 wurden in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Weichen für die Erweiterung der Schießanlagen gestellt. Die alten KK- und Pistolenstände sollten einer geschlossenen Schießanlage weichen. Die festliche Einweihung fand vom 11. bis 13.09.1993 statt.


  
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Neubau Schießanlagen 1988

  
 1994-heute minimieren

Seit dem Jahr 2001 ist der Schützenverein Rheinzabern auch die Heimat der Schießleistungsgruppe „SLG Vorderpfalz“ des BDMP. Die Schützen schießen sowohl die Disziplinen des DSB als auch die des BDMP. Sie repräsentierten den Verein seit 2002 regelmäßig bei den Meisterschaften des BDMP durch hervorragende Ergebnisse.


Das größte Bauvorhaben des Vereins wird seit 2005 umgesetzt.  Es entsteht eine Halle mit 600m2 Fläche, ausgerüstet mit 20 elektronischen Schießständen für Luftdruckwaffen und 5 Bogenschießbahnen. Die Einrichtungen sind so geplant, dass auch Körperbehinderte und Rollstuhlfahrer dem Schießsport nachgehen können. Es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns, um diesen Traum in die Realität umzusetzen. Dann hat auch das Frieren beim Training im Winter und die schlechten Lichtverhältnisse am Vormittag unseres jetzigen Schießstandes ein Ende haben. Für unsere Schützen und für alle Gäste entsteht somit eine der modernsten Trainings- und Wettkampfstätten im Kreis bzw. in der Vorderpfalz.

Natürlich ist es nicht möglich ein solches Projekt ohne finanzielle Unterstützung durch einen einzelnen Verein zu stemmen.  Aus diesem Grund gilt unser Dank dem Land Rheinland Pfalz für die Finanzierung über den „Goldenen Plan“ (Sportförderung), aber auch der Gemeinde Rheinzabern mit Bürgermeister  Beil.

 


  
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Neubau Luftdruckhalle seit 2005